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Die Erde ist rund 4,54 Milliarden Jahre alt. Seitdem zerlegen Wasser, Wind, Frost und chemische Verwitterung Gestein – unter anderem zu Kies, Sand, Schluff und Ton. Die Körner bilden das Gerüst, Tonminerale bringen die Bindekraft. So entstehen je nach Ausgangsgestein und Ablagerung unterschiedlich zusammengesetzte Lehme.
Der Rohstoff ist weit verbreitet und fällt auch bei Erdarbeiten in großen Mengen an. Menschen bauen deshalb seit rund 10.000 Jahren mit Lehm. Noch heute lebt bis zu ein Drittel der Weltbevölkerung ganz oder teilweise in Gebäuden aus Erde; auch mehr als 100 UNESCO-Welterbestätten sind mit Lehmbau verbunden.

Lehmfarbe Edelweiß
Lehm verbindet feuchtepuffernde und wärmespeichernde Eigenschaften mit langlebigen Oberflächen und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten.
Lehm kann Wasserdampf aus der Raumluft aufnehmen und bei sinkender Luftfeuchtigkeit wieder abgeben. So werden Feuchteschwankungen gepuffert. Untersuchungen zeigen zudem, dass Lehmbaustoffe bestimmte Geruchs- und Schadstoffe adsorbieren können. Die konkrete Wirkung hängt von Material, Oberfläche, Schichtdicke und Raumbedingungen ab.
Nachweise: Wasserdampfsorption gemäß produktspezifischen technischen Datenblättern; Eckermann & Ziegert (2006), Auswirkung von Lehmbaustoffen auf die Raumluftfeuchte; H-House Project / Klinge et al. (2016); wissenschaftliche Untersuchung zur Geruchsadsorption gemäß Green-Claims-Nachweismatrix.
Lehm besitzt eine hohe Wärmespeicherfähigkeit. Dadurch kann zusätzliche Lehmmasse Wärme aufnehmen und Temperaturänderungen zeitlich verzögern. Bei conluto Lehmputz terra grob ergibt sich rechnerisch eine volumetrische Wärmespeicherfähigkeit von ca. 1,80 MJ/(m³·K) gegenüber ca. 0,81 MJ/(m³·K) bei dem zum Vergleich herangezogenen Gipsputz – rund 2,2-mal so viel.
Eine unabhängige Untersuchung zeigte außerdem, dass eine Lehmputzschicht die innere Wärmespeicherkapazität eines untersuchten leichten Holzaufbaus von 16,8 auf 60,8 kJ/(m²·K) erhöhte.
Nachweise: Technisches Merkblatt conluto Lehmputz terra grob; DIN EN 12524/MASEA; Bundesverband der Gipsindustrie, Gips-Datenbuch; Boutayeb, Labat, Oms & Ginestet (2026).
Die Tonmineralstruktur von Lehm kann vorübergehende Bauteilfeuchte aufnehmen und zwischenspeichern. Kapillarer Feuchtetransport und Diffusionsfähigkeit unterstützen die Verteilung und Rücktrocknung von Feuchtigkeit. In fachgerecht aufgebauten, diffusionsoffenen Konstruktionen kann Lehm dadurch zu einem robusten Feuchteschutz beitragen.
Nachweis: Franz Volhard (2020), Holzbau sucht Masse – Mit Lehmbaustoffen die Qualität des Holzbaus verbessern, LEHM 2020, insbesondere Abschnitt „Robuster Feuchteschutz“.
Die eingesetzten Rohstoffe sind in den jeweiligen produktspezifischen Volldeklarationen aufgeführt. Lehm härtet durch Trocknung und nicht durch eine irreversible chemische Reaktion aus. Sortenrein rückgebauter Lehm kann mit Wasser wieder plastisch gemacht und erneut als Lehmbaustoff verarbeitet werden.
Bei zusammengesetzten Produkten bezieht sich diese Aussage auf den Lehmanteil; eine vollständige Kreislauffähigkeit aller Bestandteile wird nur behauptet, wenn sie produktspezifisch nachgewiesen ist.
Nachweise: Produktspezifische Volldeklarationen und Rezepturen.
Lehmbaustoffe härten durch Trocknung aus. Dadurch können sie während der Verarbeitung länger korrigiert und bereits ausgeführte Lehmoberflächen durch erneutes Anfeuchten lokal bearbeitet bzw. repariert werden. Die konkrete Verarbeitung richtet sich nach dem jeweiligen Produkt und technischen Merkblatt.
Nachweise: Produktspezifische technische Merkblätter und Verarbeitungshinweise.
Hintergrund & Nachweis
Rund 122 Millionen Tonnen Boden und Steine fallen in Deutschland jährlich als Bauabfall an – ein enormes Rohstoffpotenzial. Geeigneten lehmhaltigen Aushub nutzen wir als Rohstoff und stimmen Kornverteilung, Bindekraft und Zuschläge gezielt auf die jeweilige Anwendung ab.
Feine Kornabstufungen ermöglichen glatte Oberflächen, Stroh unterstützt ausgewählte Putz- und Leichtlehmrezepturen, Stampflehm braucht ein gut abgestuftes mineralisches Korngerüst und bei Lehmsteinen stehen Festigkeit, Rohdichte und Bindekraft im Vordergrund.
Auch die Verarbeitung ist längst modern: Lehmbauplatten im Trockenbau, maschinengängige Lehmputze und Airless-Verarbeitung bis Q4 gehören heute ebenso dazu wie DIN-geregelte Lehmputze, Steine, Mörtel, Platten und tragendes Lehmsteinmauerwerk.
Lehm ist ein natürlicher Baustoff aus Ton, Schluff und Sand. Dabei sorgt der Ton für den Zusammenhalt, während Schluff und Sand das mineralische Gerüst bilden.
Kommt Wasser hinzu, wird Lehm plastisch und formbar. Beim Trocknen wird er fest – ohne dass er dafür gebrannt werden muss.
Bei conluto reicht die Bandbreite vom Lehmputz über Lehmbauplatten bis zu Lehmsteinen, Leichtlehm und Stampflehm.
Mit Lehm wird weiterhin gebaut. Vor allem im 20. Jahrhundert verlor der Baustoff gegenüber industriell hergestellten Materialien an Bedeutung.
Moderne Lehmsteine, Putze, Platten und Mörtel machen Lehmbau heute reproduzierbar und planbar.
Für Bauprojekte bekommen Sie Lehm am besten im Naturbaustoff- oder Baustofffachhandel.
Natürlicher Bodenlehm kann ebenfalls genutzt werden, muss aber auf Zusammensetzung, Kornverteilung und Bindekraft geprüft werden.
Für definierte Anwendungen stehen fertige Lehmputze, Mörtel, Steine, Platten, Leichtlehme und Stampflehm zur Verfügung.
Einen festen Preis für einen Kubikmeter Lehm gibt es nicht. Entscheidend sind Lehmart, Aufbereitung, Zusammensetzung, Lieferform, Menge und Transport.
Rohlehm, Stampflehm, Leichtlehm und fertige Lehmmörtel erfüllen unterschiedliche Aufgaben und sind deshalb preislich nicht direkt vergleichbar.
Lehm hat Grenzen. Seine größte ist Wasser.
Nein. Ton ist ein Bestandteil des Lehms. Lehm besteht hauptsächlich aus Ton, Schluff und Sand.
Ton bindet. Sand und Schluff geben Struktur. Zusammen entsteht Lehm.
Nein. Ungebrannter Lehm ist nicht wasserdicht. Dauerhafte Wasserbeanspruchung kann ihn wieder erweichen.
Wasserabweisende Oberflächenbehandlungen können geeignete Lehmflächen schützen, ersetzen aber keine Abdichtung.
Ja. Vor allem massiver Lehm kann Wärme aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben.
Entscheidend sind unter anderem Rohdichte, Schichtdicke und die gesamte Lehmmasse im Raum.
Lehm speichert Wärme – er dämmt sie nicht automatisch.
Massiver Lehm ist kein klassischer Dämmstoff. Leichtlehm kann dagegen zur Wärmedämmung beitragen.
Der conluto Dämmputz Leichtlehm 600 erreicht beispielsweise eine Wärmeleitfähigkeit von 0,17 W/(m·K).
Ja. Lehm kann unter anderem als Lehmsteinmauerwerk, Stampflehm, Fachwerkausfachung, Leichtlehm, Trockenlehmbau und Lehmputz eingesetzt werden.
Auch tragendes Lehmsteinmauerwerk ist heute normativ geregelt.
Ein Lehmhaus hat kein eingebautes Ablaufdatum. Entscheidend sind konstruktiver Feuchteschutz, Sockel, Dach, Anschlüsse und regelmäßige Instandhaltung.
Stroh kann je nach Rezeptur als Faserarmierung wirken, das Gefüge unterstützen, das Schwindverhalten beeinflussen und bei Leichtlehm die Rohdichte reduzieren.
Entscheidend ist nicht, dass Stroh im Lehm steckt. Entscheidend ist, warum es dort steckt.