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Wissen rund um Lehm

Lehm ist Milliarden Jahre Geologie. Und seit 10.000 Jahren Baustoff.

Die Erde ist rund 4,54 Milliarden Jahre alt. Seitdem zerlegen Wasser, Wind, Frost und chemische Verwitterung Gestein – unter anderem zu Kies, Sand, Schluff und Ton. Die Körner bilden das Gerüst, Tonminerale bringen die Bindekraft. So entstehen je nach Ausgangsgestein und Ablagerung unterschiedlich zusammengesetzte Lehme.

Der Rohstoff ist weit verbreitet und fällt auch bei Erdarbeiten in großen Mengen an. Menschen bauen deshalb seit rund 10.000 Jahren mit Lehm. Noch heute lebt bis zu ein Drittel der Weltbevölkerung ganz oder teilweise in Gebäuden aus Erde; auch mehr als 100 UNESCO-Welterbestätten sind mit Lehmbau verbunden.

Geschichtete Stampflehmwand
Raumgestaltung mit Lehmfarbe Edelweiß Lehmfarbe Edelweiß
Natürlich besser bauen

Die Vorteile von Lehm

Lehm verbindet ein angenehmes Raumklima mit langlebigen, natürlichen Oberflächen und einer besonders wohngesunden Bauweise.

  • Angenehmere RaumluftPuffert Feuchte, bindet Gerüche & Schadstoffe.
  • Hält Räume länger kühlLehm-Masse puffert Temperaturspitzen.
  • Schützt die BausubstanzHilft, Wände trocken und langlebig zu halten.
  • 100 % ökologischNatürlich, kreislauffähig und ohne schädliche Zusätze.
  • Leichter zu verarbeitenLange bearbeitbar und hautfreundlicher.

Der Unterschied zwischen Erde und Baustoff? Die richtige Rezeptur.

Rund 122 Millionen Tonnen Boden und Steine fallen in Deutschland jährlich als Bauabfall an – ein enormes Rohstoffpotenzial. Geeigneten lehmhaltigen Aushub nutzen wir als Rohstoff und stimmen Kornverteilung, Bindekraft und Zuschläge gezielt auf die jeweilige Anwendung ab.

Feine Kornabstufungen ermöglichen glatte Oberflächen, Stroh unterstützt ausgewählte Putz- und Leichtlehmrezepturen, Stampflehm braucht ein gut abgestuftes mineralisches Korngerüst und bei Lehmsteinen stehen Festigkeit, Rohdichte und Bindekraft im Vordergrund.

Auch die Verarbeitung ist längst modern: Lehmbauplatten im Trockenbau, maschinengängige Lehmputze und Airless-Verarbeitung bis Q4 gehören heute ebenso dazu wie DIN-geregelte Lehmputze, Steine, Mörtel, Platten und tragendes Lehmsteinmauerwerk.

Häufige Fragen rund um Lehm

Was ist Lehm einfach erklärt?

Lehm ist ein natürlicher Baustoff aus Ton, Schluff und Sand. Tonminerale sorgen für die Bindekraft, Sand und Schluff bilden das mineralische Gerüst.

Warum wird nicht mehr mit Lehm gebaut?

Mit Lehm wird weiterhin gebaut. Vor allem Industrialisierung, standardisierte Bauprozesse und der Verlust traditionellen Fachwissens verdrängten den Baustoff zeitweise.

Wo bekomme ich Lehm her?

Für Bauprojekte erhalten Sie Lehm im Naturbaustoff- und Baustofffachhandel oder als fertig abgestimmtes Lehmbauprodukt.

Was kostet 1 m³ Lehm?

Der Preis hängt von Lehmart, Aufbereitung, Lieferform, Menge und Transport ab. Einen einheitlichen Kubikmeterpreis gibt es deshalb nicht.

Was sind die Nachteile von Lehm?

Die wichtigste Grenze ist dauerhafte Feuchtigkeit. Außerdem benötigen nass eingebaute Lehmbaustoffe ausreichende Trocknungszeiten.

Ist Ton das Gleiche wie Lehm?

Nein. Ton ist ein Bestandteil von Lehm. Lehm besteht hauptsächlich aus Ton, Schluff und Sand.

Ist Lehm wasserdicht?

Nein. Ungebrannter Lehm ist nicht wasserdicht und muss vor dauerhafter Wasserbeanspruchung geschützt werden.

Ist Lehm ein guter Wärmespeicher?

Ja. Vor allem massive Lehmbauteile können Wärme aufnehmen und zeitversetzt wieder abgeben.

Ist Lehm ein guter Dämmstoff?

Massiver Lehm ist kein klassischer Dämmstoff. Leichtlehm kann dagegen eine deutlich geringere Wärmeleitfähigkeit erreichen.

Kann man mit Lehm Häuser bauen?

Ja. Lehm kann unter anderem als Lehmstein, Stampflehm, Leichtlehm, Platte oder Putz eingesetzt werden.

Wie lange hält ein Haus aus Lehm?

Fachgerecht geplante und vor Feuchtigkeit geschützte Lehmkonstruktionen können sehr langlebig sein.

Warum mischt man Lehm mit Stroh?

Stroh kann je nach Rezeptur als Faserarmierung wirken, das Gefüge unterstützen und bei Leichtlehm die Rohdichte reduzieren.