Lehm-Unterputz
- gleicht große Unebenheiten aus
- schafft einen ebenen Putzgrund
- ideal für den Grundaufbau
- 5–30 mm Auftragsstärke / Lage
Moderner Lehmputz verbindet zeitgemäße Wandgestaltung mit natürlicher Feuchteregulierung und einem angenehmen Raumklima.
| Lehmputz- Kategorien | Lehmkleber (ugs.)Lehmklebe- und Armierungsmörtel | Lehm-Unterputz | Lehm-Oberputz | Lehm-Feinputz | ![]() | ![]() |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Grundputze | Finish-Putze | |||||
| Ideal für | Platten verkleben & Armierungsgewebe einbetten | Unebenheiten ausgleichen & den Putzaufbau herstellen | Fertige Sichtflächen im klassischen Lehmputzaufbau | Streichfertige, fein vorbereitete Wandflächen | Farbige Wandgestaltung ohne zusätzlichen Anstrich | Flächen bis Oberflächenqualität Q4 |
| Oberfläche | keine Sichtoberfläche | grob | strukturiert | fein & gleichmäßig | farbiges Finish, optionale Effektmaterialien | besonders glattes Finish |
| Produkte / Varianten | Lehmkleber | Lehm-Unterputz Lehmputz terra grob | Lehm-Oberputz Lehmputz terra fein | Lehm-Feinputz Lehmputz terra fein | Lehm-Edelputz | Lehm-Flächenspachtel Lehm-Glätte |
| Schichtdicke je Arbeitsgang | 1–5 mm | Unterputz: 5–30 mm terra grob: 5–15 mm | Oberputz: 5–10 mm terra fein: 3–4 mm | 1–3 mm | bis 2 mm | 0,1–1 mm |
Tipp: Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben.
Untergrund und Wunschoberfläche wählen - direkt passenden Aufbau und Mengen erfahren.
Vom ausgleichenden Grundputz bis zur feinen, farbigen Sichtoberfläche.
Praxisnah planen, fachgerecht verarbeiten und alle wichtigen Informationen griffbereit haben.
| Untergrund | Das ist wichtig | Empfohlener Aufbau |
|---|---|---|
| Lehm / alter Lehmputz | Lose Stellen entfernen, Fläche gut annässen | Fehlstellen schließen → Lehm-Oberputz / terra grob → Finish nach Wunsch |
| Ziegel / Mauerwerk | Reinigen, Fehlstellen schließen, Feuchte prüfen | Uneben: Lehm-Unterputz → Lehm-Oberputz / Finish Eben: Lehm-Oberputz / terra grob → Finish |
| Kalk- / Kalkzementputz | Prüfen, ob der vorhandene Putz fest sitzt | ggf. Wand- & Deckengrundierung → Lehm-Oberputz oder dünner Finishputz |
| Beton | Schalöl entfernen, glatte Oberfläche haftfähig machen | Dünnlagig: Wand- & Deckengrundierung → Finishputz Dicklagig: Haftbrücke / Vorspritz → Lehm-Oberputz / terra grob → Finish |
| Gipskarton / Gipsfaser | Fugen mit Gewebeband sichern, Fläche grundieren | Wand- & Deckengrundierung → terra fein / Lehm-Feinputz, ca. 2–4 mm |
| OSB / ESB | Darf nicht direkt verputzt werden | Schilfrohr-Putzträger → Lehm-Unterputz + Armierungsgewebe → Finishputz |
| Holzflächen | Darf nicht direkt verputzt werden | Schilfrohr-Putzträger → Lehm-Unterputz + Armierungsgewebe → Finishputz |
| Fachwerk | Holzbalken überbrücken, Übergänge armieren | Schilfrohr auf Balken → Lehm-Unterputz + Armierungsgewebe → Finishputz |
| Bruchstein / Naturstein | Feuchte und Salze prüfen, Unebenheiten ausgleichen | Lehm-Unterputz, bei Bedarf mehrlagig → Lehm-Oberputz / Finishputz |
| Tapete / Raufaser | Erst vollständig entfernen | Tapete entfernen → Untergrund bestimmen → passenden Aufbau wählen |
Diffusionsoffen, schadstoffarm und in einzigartigen Nuancen – für natürliche, tuchmatte Oberflächen.
Zu den Lehmfarben
Nimmt Feuchtespitzen aus der Raumluft auf und gibt sie später wieder ab.
Puffert Wärme über den Tag und mildert Hitzespitzen im Sommer.
Die natürliche Oberfläche kann Gerüche und bestimmte Schadstoffe aus der Raumluft binden.
Lokale Stellen lassen sich anfeuchten, ergänzen und materialgerecht nacharbeiten.
Lehmputz hat vor allem klare Einsatzgrenzen: Er ist nicht für dauerhaft nasse Flächen oder den direkten Spritzwasserbereich geeignet und muss nach dem Auftrag vollständig sowie frostfrei trocknen. Für übliche Innenräume lassen sich diese Punkte bereits bei der Planung sicher berücksichtigen.
Direkter Wasserkontakt: Lehmputz reguliert Feuchtigkeit aus der Raumluft, ist aber nicht wasserfest. In häuslichen Bädern kann er deshalb außerhalb der Dusche und anderer unmittelbar wasserbelasteter Flächen eingesetzt werden.
Trocknung: Lehmputz trocknet physikalisch durch die Verdunstung des Anmachwassers. Luftbewegung, Temperatur und Schichtdicke bestimmen, wie schnell das Material austrocknet. Bei hoher Baustellenfeuchte kann eine technische Trocknung sinnvoll sein, um Schimmelbildung zu vermeiden.
Auch die häufig genannte Stoßempfindlichkeit ist kein entscheidender Nachteil. Harte Stöße mit Möbeln hinterlassen auf jeder verputzten Wand Spuren. Lehmputz lässt sich jedoch meist lokal anfeuchten, ergänzen und nacharbeiten. Statt die gesamte Wand zu erneuern, kann die beschädigte Stelle schnell und materialgerecht repariert werden.
Für Lehmputz vom Fachbetrieb werden häufig Gesamtkosten von etwa 30 bis 90 Euro pro m² genannt. Bei Eigenleistung können die reinen Materialkosten je nach Putzart und Schichtdicke ungefähr 5 bis 25 Euro pro m² betragen. Dabei handelt es sich um grobe Marktwerte, nicht um verbindliche conluto Preise.
Die tatsächlichen Kosten hängen vor allem von diesen Punkten ab:
Auch die Endgestaltung beeinflusst den Preis. Eine gestrichene Putzfläche wird anders kalkuliert als eine farbige Sichtfläche mit conluto Lehm-Edelputz oder eine besonders glatte Oberfläche mit Lehm-Flächenspachtel. Für einen sinnvollen Vergleich sollte deshalb immer der komplette Wandaufbau betrachtet werden – nicht nur der Preis eines einzelnen Gebindes.
Lehmputz hält auf vielen sauberen, trockenen, tragfähigen und ausreichend griffigen Untergründen. Dazu gehören Ziegelmauerwerk, Lehmsteine, Kalksandstein, Porenbeton, intakte alte Lehmputze, Lehmbauplatten und entsprechend vorbereitete Trockenbauflächen.
Direkt geeignete Untergründe: Raue und saugfähige Ziegel, Lehmsteine und feste alte Lehmputze bieten in der Regel einen guten mechanischen Halt. Stark saugende Untergründe wie Porenbeton oder Planziegel werden üblicherweise vorgenässt. Kalksandstein darf dagegen nicht vorgenässt werden.
Glatte Untergründe: Beton und andere glatte oder schwach saugende Flächen benötigen eine griffige Haftbrücke, beispielsweise die conluto Wand- und Deckengrundierung grob.
Trockenbau und Lehmbauplatten: Gipskarton- und Gipsfaserplatten werden mit einer körnigen Grundierung vorbereitet und nur dünnlagig verputzt. Bei conluto Lehmbauplatten werden Fugen und Flächen mit Lehm Klebe- und Armierungsmörtel sowie Armierungsgewebe vorbereitet.
Auf Holz, OSB und bewegungsanfälligen Materialwechseln ist ein geeigneter Putzträger oder abgestimmter Armierungsaufbau erforderlich. Tapeten, lose Altanstriche, Öl, Fett und nicht tragfähige Putzschichten müssen vorher entfernt werden.
Lehmputz schimmelt nicht von sich aus. Schimmel kann vor allem während der Bauphase entstehen, wenn der frisch aufgetragene Putz über längere Zeit feucht bleibt oder dauerhaft Wasser aus dem Untergrund nachkommt.
Lehmputz trocknet durch Verdunstung. Wird er dick aufgetragen und fehlt gleichzeitig Luftbewegung, kann die Feuchtigkeit nicht schnell genug abgeführt werden. Auch Estrich, Beton und andere feuchte Baustoffe erhöhen während der Bauphase die Luftfeuchtigkeit.
Besonders wichtig sind deshalb:
Enthält der Lehmputz pflanzliche Fasern oder Stroh, können diese während einer stark verzögerten Trocknung vorübergehend als Nährstoffquelle dienen. Nach der vollständigen Austrocknung fehlt Schimmel jedoch die notwendige Feuchtigkeit.
Tritt Schimmel erst später auf, sollten Wärmebrücken, undichte Leitungen, aufsteigende Feuchtigkeit oder dauerhaft zu hohe Raumluftfeuchte untersucht werden. Lehmputz kann Feuchtigkeit puffern, aber keinen baulichen Feuchteschaden ausgleichen.
Die passende Schichtdicke hängt nicht nur vom Untergrund und der Putzart ab, sondern auch von der gewünschten Feuchte- und Wärmepufferung. Dünne Lehmputze gestalten die Oberfläche und verbessern bereits das Sorptionsvermögen. Ihre Wirkung ist zeitlich jedoch begrenzt.
Ein etwa 2 mm dünner Lehmfeinputz puffert einen Feuchtesprung laut Untersuchung ungefähr eine Stunde. Für die im Alltag typischen Feuchtebelastungen über sechs bis zwölf Stunden – etwa durch Schlafen, Kochen oder Duschen – sollte die raumseitige Lehmschicht insgesamt mindestens 15 mm betragen. Bei täglichen Luftfeuchteschwankungen werden vor allem die oberen 1,5 bis 2 cm des Wandaufbaus aktiviert (vgl. Ziegert 2004, S. 3).
Bei Lehmputz sind vor allem der Untergrund, das passende Produkt, die vorgesehene Schichtdicke und eine kontrollierte Trocknung entscheidend.
Der Untergrund muss fest, sauber, ausreichend griffig und dauerhaft trocken sein. Lose Putzschichten, Tapeten, Staub, Öl und andere trennende Stoffe müssen entfernt werden. Stark saugende Untergründe werden je nach Baustoff vorgenässt, glatte Flächen benötigen eine körnige Haftbrücke.
Auch der Aufbau muss zur Anwendung passen:
An Materialwechseln, Plattenfugen oder rissgefährdeten Bereichen kann ein Armierungsgewebe notwendig sein. Es wird in die frische Putzlage eingebettet.
Nach dem Auftrag muss der Lehmputz zügig, vollständig und frostfrei trocknen. Vor hochwertigen Sichtoberflächen empfiehlt sich außerdem eine Musterfläche. So lassen sich Struktur, Farbwirkung und Werkzeugführung vorab beurteilen.
Lehmputz ist besonders in Innenräumen sinnvoll, in denen natürliche Oberflächen, Feuchtepufferung und ein ausgeglichenes Raumklima gewünscht sind. Typische Einsatzbereiche sind Wohnräume, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Arbeitszimmer und Flure.
Auch für häusliche Küchen und Badezimmer ist Lehmputz geeignet, solange er außerhalb des direkten Spritzwasserbereichs eingesetzt wird. Kurzzeitig erhöhte Luftfeuchtigkeit, etwa nach dem Kochen oder Duschen, kann er aufnehmen und später wieder abgeben.
Weitere sinnvolle Anwendungen sind:
Im Altbau kann Lehmputz unebene Flächen ausgleichen und bestehende Lehmbauteile materialgerecht ergänzen. In Kombination mit einer Wandheizung umschließt er die Heizrohre und verteilt die Wärme gleichmäßig über die Fläche.
Klassischer Lehmputz ist kein eigentlicher Dämmstoff. Seine Stärke liegt in der Wärmespeicherung: Er kann Wärme aufnehmen und zeitversetzt wieder an den Raum abgeben. Eine normale Putzschicht ersetzt deshalb keine energetische Dämmung.
Für einen Putzaufbau, der selbst zur Dämmung beiträgt, bietet conluto den Dämmputz Leichtlehm 600 an. Er besteht aus Baulehm, Blähglasgranulat und Stroh und besitzt eine Wärmeleitfähigkeit von 0,17 W/(m·K).
Der Dämmputz wird:
Ein mehrlagiger Aufbau ist bis zu 50 mm möglich. Dabei muss jede Lage vollständig trocknen.
Bei einer Innendämmung übernimmt meist die Dämmplatte den größten Teil der Dämmwirkung. Der Lehmputz ergänzt das System: Er gleicht aus, unterstützt den Feuchtetransport und bildet die raumseitige Oberfläche. Bei Wandheizungen ist dagegen vor allem seine gute Wärmespeicherung und Wärmeverteilung gefragt.
Der beste Lehmputz ist derjenige, der zum Untergrund, zur erforderlichen Schichtdicke und zur gewünschten Oberfläche passt. Einen einzigen Lehmputz für jede Anwendung gibt es deshalb nicht.
Für Ausgleich und Grundaufbau:
conluto Lehm-Unterputz eignet sich für unebenes Mauerwerk, Altbauwände und stärkere Putzlagen.
Für vielseitige Putzaufbauten:
Lehmputz terra grob kann als Unter- oder Oberputz eingesetzt werden und enthält keine pflanzlichen Zuschläge.
Für natürlich strukturierte Flächen:
conluto Lehm-Oberputz enthält feine Strohhäcksel. Je nach Bearbeitung kann die Oberfläche geschwämmt, abgerieben oder geglättet werden.
Für feine, streichfertige Wände:
Lehmputz terra fein und Lehm-Feinputz eignen sich für ebene Lehmputzflächen, Lehmbauplatten und vorbereitete Trockenbauplatten.
Für farbige Sichtflächen:
conluto Lehm-Edelputz verbindet Putz und Farbgestaltung in einer bis etwa 2 mm dünnen Oberfläche.
Für besonders glatte Wände:
Der conluto Lehm-Flächenspachtel Farbig ermöglicht moderne, glatte Oberflächen bis Q4.
Die beste Lösung ist häufig ein abgestimmter Aufbau aus Grundputz, Finish und passender Oberflächengestaltung.
Ja, conluto Lehmfarbe kann direkt auf vollständig getrockneten, sauberen und tragfähigen Lehmputz gestrichen werden. Die Oberfläche sollte frei von Staub, losen Sandkörnern und Verschmutzungen sein.
Vor dem Streichen werden kleine Risse oder Fehlstellen mit passendem Lehmmaterial ausgebessert. Stark oder unterschiedlich saugende Flächen können mit conluto Kaseingrundierung vorbereitet werden. Dadurch wird die Saugfähigkeit vereinheitlicht und die Farbe trocknet gleichmäßiger.
Die conluto Lehmfarbe wird als Pulver mit Wasser angerührt:
In der Regel wird die Lehmfarbe zweimal mit zwischenzeitlicher Trocknung aufgetragen. Je nach Untergrund und Werkzeug können auch ein bis drei Lagen erforderlich sein.
Mit der Farbrolle entsteht eine ruhige, gleichmäßige Oberfläche. Eine Lasurbürste erzeugt durch Kreuzschlag oder liegende Achten eine lebendigere Struktur. Mit dem conluto Streichputz-Zusatz lässt sich die Lehmfarbe außerdem in einen fein strukturierten Lehm-Streichputz verwandeln.
Weder Kalkputz noch Lehmputz ist pauschal besser. Entscheidend ist, welche Eigenschaften im jeweiligen Raum benötigt werden. Lehmputz spielt seine Stärken vor allem im Wohnbereich aus, Kalkputz bei höherer direkter Feuchte- oder Witterungsbelastung.
Lehmputz eignet sich besonders für:
Er kann Luftfeuchtigkeit kurzfristig aufnehmen und wieder abgeben, Wärme speichern und auf vielfältige Weise gestaltet werden. Außerdem lassen sich kleinere Beschädigungen meist lokal und materialgerecht reparieren.
Kalkputz wird häufig dort eingesetzt, wo eine höhere Beständigkeit gegenüber direkter Feuchte gefragt ist. Seine Alkalität schafft zudem ungünstige Bedingungen für Schimmelwachstum. Sie ersetzt jedoch weder einen trockenen Wandaufbau noch ausreichendes Lüften.
Im Badezimmer können beide Materialien sinnvoll kombiniert werden: Lehmputz an Decken und freien Wandflächen, ein wasserbeständiger Aufbau in der Dusche. Für Wohnräume ist conluto Lehmputz häufig die wohnlichere und gestalterisch vielseitigere Lösung.

