Lehmputz auf Kalkputz

Ja, Lehmputz kann auf Kalk- und Kalkzementputz aufgebracht werden. Entscheidend ist nicht der Kalk an sich, sondern der Zustand der Fläche: Der Untergrund muss trocken, fest, sauber und ausreichend griffig sein. Bei einem intakten Kalkputz kann direkt weitergearbeitet werden. Sandende, glatte oder unterschiedlich saugende Altputze brauchen dagegen eine passende Vorbereitung.

conluto Lehmputz als natürliche Wandoberfläche
Kalkputz vorbereiten

Erst prüfen. Dann verputzen.

Ein alter, rauer und tragfähiger Kalkputz kann bereits ein sehr guter Untergrund für Lehmputz sein. Eine Grundierung ist deshalb nicht automatisch erforderlich.

1
Festigkeit prüfen Lose oder mürbe Stellen entfernen, Fehlstellen schließen und Staub sowie haftungsmindernde Rückstände beseitigen.
2
Glatte Flächen aufrauen Sinterhaut oder sehr glatte Bereiche reduzieren die mechanische Haftung und müssen entfernt beziehungsweise ausreichend aufgeraut werden.
3
Neuen Kalkputz trocknen lassen Neue Kalk- und Kalkzementputze mindestens 30 Tage trocknen lassen. Ein zu früher Auftrag kann unter anderem Verfärbungen verursachen.
4
Saugfähigkeit beachten Stark saugende Flächen bei Bedarf sparsam vornässen. Ungleichmäßig saugende oder kunststoffhaltige Altputze mit der conluto Wand- und Deckengrundierung vorbereiten.
5
Sandende Altputze festigen Stark sandender Kalkputz wird zunächst mit einem geeigneten Tiefengrund stabilisiert.
Im Zweifel testen: Bei unbekannten Altputzen oder schwer einzuschätzenden Oberflächen empfiehlt sich eine Arbeitsprobe. Feuchte oder salzbelastete Flächen nicht einfach überputzen – zuerst die Ursache klären.
Der passende Lehmputz

Vom alten Kalkputz zur neuen Lehmoberfläche

Nicht jede Kalkputzwand braucht denselben Aufbau. Entscheidend sind Ebenheit, Tragfähigkeit und die vorhandenen Materialien im Untergrund.

  • Intakter Kalkputz: Auf einem festen, sauberen und griffigen Untergrund kann der passende conluto Lehmputz direkt aufgebaut werden.
  • Unebene oder reparierte Flächen: Mit conluto Lehm-Unterputz lässt sich zunächst ein gleichmäßiger und tragfähiger Putzgrund herstellen.
  • Unterschiedliche Materialien: Bei Materialwechseln, Schlitzen oder kritischen Übergängen wird ein Armierungsgewebe in die Lehmputzlage eingebettet.
  • Schwierige Saugfähigkeit: Bei uneinheitlichen oder schwierigen Untergründen schafft die conluto Wand- und Deckengrundierung eine gleichmäßig griffige Oberfläche.
  • Vollständig trocknen lassen: Erst nach vollständiger Trocknung folgt die gewünschte Oberflächengestaltung mit conluto Lehm-Oberputz, Lehm-Feinputz oder Lehm-Edelputz.
Altbau-Tipp: Unter einer vermeintlichen Kalkputzfläche können Dispersionsfarben, spätere Reparaturmörtel oder andere Beschichtungen liegen. Sie können Saugfähigkeit und Haftung stark verändern. Deshalb nicht nur den Putz, sondern immer die tatsächliche Oberfläche prüfen.
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